Konzert am 10. Juni 2018

um 19:00 Uhr in der St. Johanniskirche Lüneburg

Foto © Gerald Wesolowski
Foto © Gerald Wesolowski

Programm

 

Alexander Guilmant "Orgelsymphonie No. 1"

mit Joachim Vogelsänger

 

Antonin Dvorak "Symphonie Nr. 9 - Aus der neuen Welt"

 

Eintritt frei, Spende erbeten

Das Orchester der Musikfreunde Lüneburg, Lüneburgs großes sinfonisches Laienorchester, widmet sich nach 2012 erneut der überaus populären 9. von Dvořák, der Sinfonie »Aus der Neuen Welt«. Zum zweiten Mal ist auch Joachim Vogelsänger Solist des Orchesters, diesmal mit der Ersten Orgelsinfonie von Alexandre Guilmant. Dirigent des Konzerts ist Lothar Nierenz, der das Musikfreundeorchester seit Februar 2005 leitet.

Joachim Vogelsänger gehört zu den Protagonisten der deutschen Orgelszene. Er studierte Kirchenmusik und Cembalo in Köln, Kapellmeister in Detmold sowie Orgel in Wien. Maßgeblich beeinflussten ihn seine Orgellehrer Viktor Scholz, Martin Lücker und Michael Radulescu, außerdem orientierte er sich bei zahlreichen internationalen Meisterkursen in Deutschland, Kanada und Italien. 1983-2002 war er Kantor der Kreuzkirche und Johanneskirche in Düsseldorf, seit September 2002 ist er Kantor an St. Johannis in Lüneburg und Kirchenmusikdirektor im Sprengel Lüneburg.
Ein wichtiger Teil seine Repertoires ist die klassische Moderne des 20. Jahrhunderts: Komponisten wie Honegger, Martin, Britten, Tippett oder Blacher im oratorischen Bereich, für die a-cappella-Literatur Nystedt, Jennefelt, Sandström oder Penderecki. Daneben gilt seine Liebe der Alten Musik: Monteverdis Marienvesper, die Oratorien Händels, Bachs, Matthesons oder Grauns bilden einen weiteren Schwerpunkt seines Chorrepertoires.
Für den Organisten Joachim Vogelsänger steht natürlich die historische Orgel in St. Johannis im Mittelpunkt. So widmete er seine erste CD-Einspielung auf diesem mehr als 450 Jahre alten Instrument ausschließlich Werken von Organisten dieser Orgel, die zweite dem Thema "Der junge Bach und seine Vorbilder", hat doch Bach die Orgel von St. Johannis besucht und vom damaligen Organisten Georg Böhm wichtige Impulse empfangen.
Seit Pfingsten 2010 steht auf dem "Junkernlektor" die symphonische Chororgel (II/23, Kuhn), deren Schwerpunkt neben der Begleitung der Chöre die französische Romantik ist. Auch diese Orgel hat Joachim Vogelsänger auf einer CD porträtiert ("Symphonische Impressionen", Musik von César Franck, Louis Vierne und Charles-Marie Widor).
An der symphonischen Chororgel wird Joachim Vogelsänger mit dem Orchester der Musikfreunde Guilmants Erste Orgelsinfonie musizieren.

Im Dezember 1891 unterzeichnete Antonín Dvořák einen Vertrag mit dem National Conservatory of Music über eine Kompositionsprofessur, im September 1892 reiste er mit seiner Frau und zwei Kindern nach New York, um die neue Stelle anzutreten. Im Frühjahr 1893 komponierte Dvořák dort die Neunte Sinfonie in e-moll. Er gab ihr den Titel „Aus der Neuen Welt“. Die Uraufführung am 16. Dezember 1893 in der Carnegie Hall unter der Leitung von Anton Seidl wurde ein in der ganzen Musikwelt beachteter Triumph. Für die Amerikaner war es ein mit besonderer Spannung erwartetes Ereignis, denn kurz zuvor hatte sich Dvořák in einem Zeitungsinterview für eine neue amerikanische Nationalmusik ausgesprochen, die „auf der Grundlage der Lieder aufgebaut werden muss, die Negro Spirituals genannt werden“. Seine umstrittene, von manchen amerikanischen Komponisten abgelehnte Theorie schien die 9. Sinfonie glanzvoll zu verwirklichen; denn in jedem Satz finden sich Themen, die Dvořák „im Geiste dieser Lieder“ erfand und die in ihren synkopischen Rhythmen, ihrem erniedrigten Leitton und in ihren oft pentatonischen Wendungen Charakteristika der Spirituals porträtieren.

Alexandre Guilmants kompositorisches Schaffen, das einige Vokalwerke und Stücke für Klavier, vor allem jedoch Orgelsonaten und einfachere Piècen für Orgel umfasst, bediente sich der Vorbilder wie Händel und Bach ebenso wie Beethovens Sonatensatzform, der Charakterstücke Schumanns und der Orgelsonaten Mendelssohn Bartholdys.
Den Sinfonien Nr. 1 und 2 für Orgel und Orchester liegen Orgelsonaten zugrunde, die Guilmant erst später orchestrierte, ohne etwas an der musikalischen Substanz zu verändern. Die 1. Symphonie in d-Moll op. 42 wurde im August 1878 in Paris uraufgeführt, Guilmant selbst spielte den Orgelpart und wurde vom Orchestre Colonne unter der Leitung seines Gründers Edouard Colonne begleitet. Auffallend hier vor allem im Kopfsatz der enge, abwechselnde Dialog zwischen Orgel und Orchester und das wechselseitige Aufgreifen und Weiterführen der jeweiligen Themen und Motive, bis sich im Finale beide Parts vereinen und in gegenseitiger Zustimmung einem furiosen Finale entgegeneilen. Ganz anders der zweite Satz, den ein fugierter Orgelmonolog einleitet, um nach idyllischen Pastoralklängen in einen Choral überzuleiten, den ein lyrisches Geigenunisono überschwebt. Frisch und äußerst lebendig wirbeln im französischen Toccaten-Stil des finalen Allegro Sechzehntelketten aus der Orgel, die sich nach vorübergehender Beruhigung in einem weiteren Choralabschnitt mit Pauken, Trompeten, Blech und Trommeln verabschieden.
(Quelle: Kathrin Feldmann in »das Orchester« 07-08/2004, Seite 78)


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